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Petra Oelker, Die zerbrochene Uhr.
Ein historischer Kriminalroman,
Rohwolt Taschenbuchverlag Nr. 22667, ISBN 3 499 22667 7 Die Titelseite schmückt ein Bild, das jahrelang in meinem Lieblingszimmer bei ComTeam hing: Eine Ansicht des Johannisklosters in Hamburg aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts. Ich mochte es, denn es beherbergte das Johanneum, meine ehemalige Schule, die dort 1519 gegründet wurde und bis zu seinem Abriss 1841 beherbergte. Für das Johanneum wurde eine Gebäude am Speersort gebaut, von wo aus es 1914 an seinen heutigen Platz in Winterhude umsiedelte. Dieses Bild ist natürlich kein Zufall, denn das Johanneum ist der Ort eines Mordes, der im Jahre 1768 dortselbst passiert. Petra Oelker schreibt keinen Krimi von der reißerischen Art. Vielmehr malt sie ein liebevolles und manchmal auch vorsichtig sozialkritisches Bild Hamburgs in der Barockzeit, lässt auch Lessing, der am hamburgischen Nationaltheater wirkte (und dort seine Hamburger Dramaturgie schrieb), und Carl Philipp Emanuel Bach, den damaligen Cantor Johannei auftreten (der übrigens in diesem Amt seinem Patenonkel Georg Philipp Telemann nachfolgte). Aber "krimimäßig" ist die Auflösung, die sicher auch für historisch gut bewanderte Leser verblüffend ist. Ein liebenswertes Buch, nicht nur für ehemalige Johanniter. Einhard Schrader |