|
Susanne Bock, Mit dem Koffer in der Hand.
Leben in den Wirren der Zeit 1920 bis 1946.
Passagen Verlag 1999, ISBN 3-85165-343-2 Susanne Bock ist Wiener Jüdin, der erst beim Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 das wahre Ausmaß des Ausgeschlossenseins klar wird. Mit dem Koffer in der Hand flieht sie erst nach Italien, dann nach England und schlägt sich als Emigrantin durch, bis sie 1946 nach Wien zurückkehrt. Ein Los wie Millionen während der Jundenverfolgung im Nationalsozialismus. Und Susanne Bock versucht an keiner Stelle ihres Buches so zu tun, als sei ihr Schicksal außergewöhnlich gewesen. Gerade das macht ihr Buch so eindrucksvoll. Ein schmuckloser Lebensbericht, der Weltgeschichte und persönliche Erlebnisse so verbindet, wie sie sich im Alltag darstellen. Und so entsteht ein Bericht von atemberaubender Wahrhaftigkeit, der gerade dadurch wieder paradigmatisch wird. Wie wir auf dieses Buch gestoßen sind? Karin Kleberts Mutter ist eine Kindheitsfreundin von Susanne Bock. Sie wird auch an ein paar Stellen erwähnt. Für sie war dieses Buch eine Wiederbegegnung mit der Freundin nach fast 55 Jahren. Einhard Schrader |